Ratgeber
Brew Ratio beim Espresso: Dosis, Ausbeute, Zeit
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Kurz gesagt
Die Brew Ratio ist das Verhältnis von trockenem Kaffeepulver zu Espresso in der Tasse, gemessen in Gramm. Ein klassischer Espresso liegt häufig bei etwa 1 zu 2, also 18 g Pulver zu rund 36 g Espresso. Ein Ristretto ist kürzer, etwa 1 zu 1 bis 1 zu 1,5, ein Lungo länger, etwa 1 zu 3. Gemessen wird mit der Waage, nicht nach Volumen.
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Wer Espresso nach Rezept zubereitet, stößt schnell auf Angaben wie 18 in, 36 out oder 1 zu 2. Diese Seite erklärt, was die Brew Ratio bedeutet, warum Gramm genauer sind als Milliliter, welche Verhältnisse für Ristretto, Espresso und Lungo üblich sind und wie Sie mit Dosis, Ausbeute und Zeit den Geschmack steuern. Sie richtet sich an alle, die ihren Espresso nachvollziehbar und wiederholbar machen möchten.
Dosis, Ausbeute, Zeit: die drei Größen
Ein Espressorezept besteht aus drei Werten. Die Dosis ist das Gewicht des trockenen Kaffeepulvers im Sieb. Die Ausbeute, englisch Yield, ist das Gewicht des fertigen Espressos in der Tasse. Die Zeit ist die Dauer des Bezugs, meist ab Pumpenstart gemessen. Die Brew Ratio setzt Dosis und Ausbeute ins Verhältnis.
Die Zeit gehört streng genommen nicht zur Ratio, ist aber der wichtigste Hinweis darauf, ob der Mahlgrad stimmt. Bei gleicher Ratio und deutlich kürzerer Zeit ist der Mahlgrad meist zu grob, bei deutlich längerer Zeit zu fein.
Übliche Verhältnisse
Diese Werte sind Orientierung. Viele Röster geben für ihre Bohnen eigene Empfehlungen an, und helle Röstungen werden oft etwas länger bezogen als dunkle. Mit dem Brew-Ratio-Rechner geben Sie Ihre Dosis ein und erhalten die Zielmenge für Ristretto, Espresso oder Lungo.
| Getränk | Verhältnis | Beispiel bei 18 g | Zeit (Richtwert) |
|---|---|---|---|
| Ristretto | 1 zu 1 bis 1 zu 1,5 | 18 bis 27 g | etwa 15 bis 25 s |
| Espresso | etwa 1 zu 2 (1 zu 1,8 bis 1 zu 2,2) | etwa 32 bis 40 g | etwa 25 bis 30 s |
| Lungo | etwa 1 zu 3 | etwa 54 g | länger als Espresso |
Warum Gramm statt Milliliter
Ein Gramm Espresso entspricht ungefähr einem Milliliter. Trotzdem ist das Volumen in der Tasse ein schlechter Maßstab, weil die Crema aus Luft und Gas besteht und je nach Bohne, Frische und Mahlgrad sehr unterschiedlich ausfällt. Zwei Espressi mit gleichem Gewicht können optisch sehr verschieden hoch in der Tasse stehen. Die Markierungen an Espressogläsern sind daher ungenau.
Eine Waage mit 0,1 g Auflösung, die unter die Tasse passt, löst das Problem. Sie stellen die Tasse auf die Waage, tarieren und stoppen den Bezug beim Zielgewicht. Etwas Espresso tropft nach, das sollten Sie einplanen.
So nutzen Sie die Ratio zum Einstellen
Geschmack sauer
Geschmack bitter
Durchlauf zu schnell
zu schnell, sauer
feiner mahlen
zu schnell, bitter
Dosis erhöhen
Durchlauf zu langsam
zu langsam, sauer
Verhältnis verlängern
zu langsam, bitter
gröber mahlen
Immer nur eine Größe ändern und den nächsten Bezug wieder wiegen und stoppen.
- 1
Dosis festlegen, passend zur Siebgröße, und ab jetzt nicht mehr ändern.
- 2
Zielverhältnis wählen, für den Anfang etwa 1 zu 2.
- 3
Bezug bei Zielgewicht stoppen und Zeit notieren.
- 4
Zeit deutlich zu kurz: feiner mahlen. Deutlich zu lang: gröber mahlen.
- 5
Wenn die Zeit passt, probieren. Sauer: Verhältnis etwas verlängern. Bitter: etwas verkürzen.
- 6
Erst danach weitere Größen wie Temperatur anpassen.
Hinweis:Ändern Sie pro Bezug nur eine Größe. Sonst lässt sich nicht nachvollziehen, welche Änderung den Geschmack beeinflusst hat.
Die Dosis passend zum Sieb
Die Dosis richtet sich nach dem Sieb. Ein Doppelsieb mit 58 mm fasst häufig 14 bis 18 g, ein 54-mm-Sieb von Sage oft 18 bis 20 g, ein 51-mm-Sieb etwa 14 bis 16 g. Präzisionssiebe haben die vorgesehene Dosis oft eingeprägt. Zu wenig Pulver führt zu einem nassen Puck und schnellem Durchlauf, zu viel zu Kontakt mit dem Duschsieb. Die Siebgrößen-Tabelle nennt Werte für alle gängigen Größen. Mehr dazu in Siebträger-Größen und Nasser Kaffeepuck im Siebträger.
Ratio und Milchgetränke
Für Cappuccino und Flat White wählen viele ein kürzeres Verhältnis, etwa 1 zu 1,5 bis 1 zu 2, weil ein konzentrierter Espresso sich besser gegen die Milch durchsetzt. Für einen Americano eignet sich ein normaler Espresso, der mit heißem Wasser verlängert wird. Wie Sie eine große Tasse aus dem Siebträger zubereiten, erklärt Café Crema mit der Siebträgermaschine. Den Milchschaum beschreibt Milchschaum mit der Dampflanze.
Für reproduzierbare Ergebnisse ist eine Mühle, die gleichmäßig und in kleinen Schritten mahlt, entscheidend. Modelle vergleicht der Ratgeber Espressomühlen für Siebträger. Wer Mühle und Maschine in einem Gerät möchte, findet Optionen unter Siebträgermaschinen mit Mahlwerk.
Beispielrechnungen
Die Rechnung ist einfach: Dosis mal Verhältnis ergibt die Zielausbeute. Bei 16 g Pulver und einem Verhältnis von 1 zu 2 sind das 32 g Espresso. Bei 20 g und 1 zu 1,5 für einen kräftigen Espresso unter Milch sind es 30 g. Für einen Lungo mit 18 g und 1 zu 3 stoppen Sie bei rund 54 g. Runden Sie auf halbe Gramm, genauer lässt sich der Bezug von Hand ohnehin kaum stoppen.
Notieren Sie Dosis, Ausbeute, Zeit und Geschmack zu jedem Bezug. Nach wenigen Versuchen sehen Sie, welches Verhältnis Ihnen bei einer bestimmten Bohne am besten schmeckt.
Häufige Fragen
Was bedeutet 18 in, 36 out? 18 g Kaffeepulver im Sieb ergeben 36 g Espresso in der Tasse. Das entspricht einer Brew Ratio von 1 zu 2.
Ist eine längere Ratio stärker? Nein, eher umgekehrt. Ein kürzeres Verhältnis ergibt einen konzentrierteren, intensiveren Espresso. Ein längeres wirkt milder, löst aber mehr Stoffe aus dem Pulver.
Brauche ich wirklich eine Waage? Für den Einstieg und das Einstellen neuer Bohnen ist sie sehr hilfreich. Viele nutzen sie dauerhaft, weil Ergebnisse damit vergleichbar bleiben.
Warum weicht die Empfehlung meines Rösters ab? Röster stimmen Rezepte auf ihre Bohnen ab. Nehmen Sie deren Angabe als Startpunkt und passen Sie nach Geschmack an.
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